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Botafiga FR

Es begann, wie alle historisch fragwürdigen Entscheidungen in München, mit einem Weihnachtsmarkt-Rallye und absolut null langfristiger Planung. Ein Glühwein hier, noch einer dort, kalte Luft, lautes Lachen und die langsame Erkenntnis, dass eine Gruppe aus Italienern, Türken, Portugiesen und wer auch immer zufällig vorbeikam, sich irgendwie zu einem temporären reisenden Zirkus geformt hatte. Niemand wusste, wo die Nacht enden würde, nur dass sie definitiv nicht früh enden würde und dass Fußballgeschichten irgendwann erzählt würden, egal, ob jemand danach fragte oder nicht.

Als die Gruppe schließlich an ihrem letzten Stop nahe dem Viktualienmarkt Holy Spirit 1 Bar, leuchtend wie der letzte Checkpoint vor dem Schicksal ankam, hatte sich die Stimmung von festlich zu philosophisch verändert. Negronis tauchten auf. Aperol folgte. Jemand erwähnte Wochenend-Kickarounds. Ein anderer fragte, warum es immer zufällig, immer unstrukturiert sei, immer wir sollten das irgendwann richtig machen. Und dann lieferte Michele, sprechend für jedes talentierte Kind, das jemals zu früh vom Platz humpelte, den zeitlosen Klassiker: Er hätte Profi werden können, wenn nicht der gebrochene Fuß gewesen wäre. Die Geschichte hielt inne, um zuzuhören. Stefan ruinierte sofort das emotionale Gewicht mit einem völlig unpassenden Witz. Gleichgewicht wiederhergestellt.

Bis zu diesem Moment war es einfach gewesen Freunde trafen sich, wenn das Leben es erlaubte, spielten manchmal ansehnlichen Fußball, manchmal schrecklichen, und setzten Banter über jede messbare Leistungskennzahl. Aber irgendwo zwischen dem zweiten Negroni und der universellen Gewissheit, die nur späte Nachtgespräche bieten, hörte die Idee auf, hypothetisch zu sein. Ein Verein. Ein echter. Struktur, Spiele, vielleicht sogar Taktik, falls es aus dem Ruder laufen sollte. Es klang absurd, was meistens das klarste Zeichen dafür ist, dass es passieren sollte.

Die Mannschaft selbst ergab keinen logischen Sinn und war deshalb perfekt. Ehemalige Jugendspieler aus verschiedenen Ländern, die Fragmente echter Technik mitbrachten, gemischt mit anderen, deren Hauptbeitrag Vibes, Einsatz und erstklassige Seitenlinien-Kommentare war. Einige würden lehren. Einige würden lernen. Alle würden laufen zumindest die ersten fünfzehn Minuten. Und über allem stand von Tag eins eine Regel fest: Fußball ist temporär, aber das Bier danach ist unverhandelbar.

Der Name musste also dasselbe schöne Chaos tragen wie die Nacht, die ihn erschuf. Botafiga. Nicht in Vorstandsbüros oder Trainingsakademien gebaut, sondern irgendwo zwischen Weihnachtslichtern, starken Drinks und der gemeinsamen Gewissheit, dass die besten Teams nicht zusammengestellt werden sie passieren einfach. Und so existierte an einem zufälligen Novemberabend in München ein Fußballclub, wo Stunden zuvor nur Freunde gewesen waren.


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